»“Super-Nannys“ im richtigen Leben« – 27. Oktober 2006 / Allgemeine Zeitung

Allgemeine Zeitung Mainz, 27.10.2006
„Super-Nannys“ im richtigen Leben – Diakonie und Familien- und Jugendhilfezentrum feiern gemeinsam Von Anja Reumschüssel „Eltern und Kinder mit Respekt behandeln und gemeinsam ihre Lebenssituation fördern.“ Das ist die Aufgabe, die die Beratungsstelle des Diakonischen Werks Alzey und des Familien- und Jugenhilfezentrums verbindet. Beide hatten sie Grund zum feiern. Die Außenstelle des Diakonischen Werkes Worms-Alzey wird 30 Jahre, das Familien- und Jugendhilfezentrum 15 Jahre alt.
Das Wiesbadener Improvisations-theater „Subito“ ging Erziehungs- fragen auf den Grund.
Foto: Axel Schmitz

„Wie super ist die Super-Nanny?“ war die Frage, mit der sich die Experten beschäftigten. Eine Frage, die beide Einrichtungen verbindet. Denn beide sind sie auf die Unterstützung von Eltern und Kindern spezialisiert.
Konrad Krämer als Leiter des Allgemeinen Sozialdienstes des Alzeyer Jugendamtes sowie Inge Spang vom Familien- und Jugendhilfezentrum sind, wenn man so will, „Super-Nannys“ im richtigen Leben. Sie besuchen Familien, die Hilfe bei der Erziehung ihrer Kinder dringend brauchen. Sie betreuen nicht nur die „extremen Fälle“, wie sie im Fernsehen gezeigt werden.Auch im Kindergarten ist das Phänomen „Super-Nanny“ bekannt. Sabine Hall, Leiterin des evangelischen Kindergartens, weiß von den Eltern ihrer Schützlinge, dass die „Super-Nanny“ häufig geschaut und ihre Tipps manchmal befolgt werden, doch auch Verwirrung auslösen.

Nicht nur das Fernsehen, auch die mehr als 1000 Erziehungsratgeber zeigen, dass der Anspruch an Erziehung hoch ist und in dieser komplexen Welt einfache Lösungen gefragt sind. Aber leider sei das Leben nicht so einfach, und was in der einen Situation wirke, könne in der anderen verkehrt sein, ist die Übereinstimmung der Experten. Deshalb ermutigen die Fachkräfte der Diakonie, sich Rat vor Ort einzuholen und sich nicht nur auf das Fernsehen zu verlassen.

Auch Spaß soll sein, und das Motto für die Show des Wiesbadener Improvisationstheaters „Subito“ war nicht schwer zu finden: Zum Thema Erziehung entwickelte das spontane Duo aus Bernhard Mohr und Wolfgang Vielsack noch nie gesehene Stücke. Und nach einem Countdown aus den Mündern des Publikums legten die zwei Schauspieler los. Als kleiner Sohn versteckt Vielsack schüchtern etwas in der Hand. Bernhard Mohr, der Vater, kommt nach Haus und will sehen, was der Sohn verheimlicht. „Freeze!“ ruft Vielsack plötzlich und fragt in die Runde: „Was hat der Sohn in der Hand?“ „Eine Schildkröte“, beschließt eine Zuschauerin. Und dann wandelt sich der kleine Sohn in einen hilflosen Familienvater, der mit seiner Schildkröte zur Erziehungsberatung geht.

Und so hangelte sich das Duo vom Beruf des Nachtwächters über eine Inszenierung mit verschiedenen Gefühlsvorgaben zum Höhepunkt: „Was wollten Sie ihrem Chef schon immer sagen?“ Es entstand ein komisches Stück über vorgeburtliche Erlebnisse im Zeltlager und geheime Wünsche im Publikum offenbarten sich: „Ich bin schwanger“, mussten die Schauspieler einbauen und „Qualität kommt von Qual“. Eine Qual war es aber weder für das Publikum noch für die Schauspieler, die sich das Lachen oft verbeißen mussten.

X